Der Import von neuen ausländischen Wagen nach Russland sinkt das zweite Jahr in Folge

Im Januar-Juni 2010 ist der Import von Personenkraftwagen um 4,6% auf 251 300 Stück zurückgegangen, so der föderale Zolldienst (FTS). Nach Angaben der Agentur Avtostat sei der Rückgang etwas niedriger – der Import von ausländischen Wagen ist um 3,9% und von ausländischen Neuwagen um 4,2% zurückgegangen. Und dies ist, wobei die erste Jahreshälfte des Vorjahres gescheitert ausgefallen ist: auf Grund der Krise und der Erhöhung von Zollgebühren für ausländische Wagen ist der Import damals nach Angaben des föderalen Zolldienstes um 73,3% auf 263 400 gestürzt.

Die Firmen haben noch vor Beginn 2009 große Vorräte von Wagen auf ihren Lagern angesammelt, die sie bis Sommer des letzten Jahres verkauften, dementsprechend wurde sowohl der Import, als auch die Herstellung von Wagen stark verringert, so der Generaldirektor von Avtostat Sergej Tselikow. Im Frühling dieses Jahres begann die Nachfrage nach Wagen zu steigen: nach Angaben der Assoziation des europäischen Business sind die Verkäufe in der ersten Jahreshälfte um 3% auf 790 517 Personenwagen und Leichtkraftwagen und die Produktion von allen russischen Betrieben um 53,6% bis auf 504 356 Stück gestiegen. Solche Steigerung der Produktion ist erstens auf den Effekt der niedrigen Basis zurückzuführen, in der ersten Jahreshälfte des vorherigen Jahres haben viele Werke mit langen Pausen gearbeitet und zweitens auf die stark gestiegene Produktion von „AvtoVAZ“, dessen Wagen starke Nachfrage genossen, als das Programm für Abwrackverwertung im März startete, erklärt Herr Tselikow.

Aber viele ausländische Automobilhersteller haben begonnen, die Verkäufe nicht nur durch Import, sondern durch die inländische Produktion zuzulegen. „Wir produzieren in Russland die gängisten Modelle von Volkswagen, Skoda und Audi, deshalb zieht die steigende Nachfrage die Steigerung der inländischen Produktion und nicht des Imports nach sich“, betont die Vertreterin der „Volkswagen Group Rus“ Julia Karulina. Ursprünglich gehörte der Löwenanteil von Renault-Verkäufen in Russland dem Budget-Modell Logan, das von Moskauer Werk Avtoframos zusammengebaut wird, daher führte die gestiegene Nachfrage, auch durch Abwrackverwertungsprogramm bedingt, in erster Linie zur Steigerung der Produktion in Russland, teilt diese Meinung auch die Vertreterin des russischen Renault Oksana Nazanova. Und das Wachstum des Imports von Renault um 351% auf 4331 Wagen erklärt sie als Rückkehr des Interesses an teureren Modellen der Firma, die keine Beachtung zur Zeit des Krisenhöhepunktes fanden.  

Über die Verdrängung des Imports durch die inländische Herstellung, womit die Beamten durch die Erhöhung der Importgebühren ab 2010 gerechnet haben, darf noch nicht ernst gesprochen werden, denn zur Zeit werden generell in Russland tatsächlich die erschwinglichsten Modelle zusammengebaut, das Interesse an deren momentan auch steigt, stellt der Direktor der russischen Niederlassung  A. T. Kearney Ewgenij Bogdanow fest. Allerdings soll nach Ergebnissen des dritten Quartals der Import einen bedeutenden Zuwachs verzeichnen: im Juni-Juli begann das Volumen der Bestellungen von Autos stabil zu steigen, tatsächlich werden diese erst im August-September eingeführt, sagt der Leiter der Repräsentanz  von JATO Dynamics Wladimir Widulow.

9 August 2010

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